20.10.2009

Ein guter Tag und Schritte in die richtige Richtung

Nach anfänglichem Pessimismus, weil jemand mir einen Mercedes Kombi ganz in der Nähe vor der Nase weggeschnappt hatte (O-Ton Verkäufer am Telefon: “Ist vor fünf Minuten hier weg gefahren!”), wurde der Tag gegen Abend dann doch noch sehr produktiv. Nach der Arbeit ging es direkt in die Dortmunder Nordstadt, respektive den Stadtteil Eving, um dort zum wiederholten Mal die Import/Export-Autoläden abzugrasen, immer auf der Suche nach einem guten gebrauchten MB W124 Kombi, unserem vermeintlichen Rallyewagen. Und wie immer konnte ich mir viele Kombis anschauen, nur immer kam der Händler dazu und meinte: “Abwrackopfer”. Was soviel heißt wie: nimm so viele Teile, wie du brauchst, aber das ganze Auto gibt es nicht. Da zeigt sich für mich auch die ganze Schwachsinnigkeit der Abwrackprämie. Nicht nur, dass tolle Auto unter wert abgestoßen werden, die CO2-produzierenden Teile werden danach auch noch weiter verwendet. Wo ist denn da die Logik? Ach, auch egal. Auf jeden Fall fast nur Abwrack-W124er.

Dann fand ich einen, den ich auch schon im Internet gesehen hatte. Einen 300er Kombi mit läppischen 180 PS. Das könnte er sein, unser Rallye-Bolide, der den Namen Bolide tatsächlich verdienen würde. Preis: 900 Euro, TÜV bis Mitte 2010, also alles paletti. Nur das Klackern aus dem Motorraum beim Anlassen verhieß nichts Gutes. Hydrostößel hin, Reparatur so um die 200-300 Euro, je nachdem, ob man jemanden kennt, der das für wenig Geld macht. Also ging es erstmal weiter.

Mit den Gedanken eigentlich schon zuhause, bog ich ein letztes Mal in einen Hinterhof ab, den ich auch schon vorherige Woche besucht hatte. Zu dem Zeitpunkt stand da nur ein komplett kaputter W124 rum, der Preis war auf arabisch (o. Ä.) an die Scheibe geschrieben und ich konnte ohne mir den Wagen genau anzuschauen direkt wieder kehrt machen.

Doch heute, wie schon erwähnt, wurde der Tag gut. Denn auf dem Hof (den sich viele verschiedene Händler und Schrauber teilen) standen tatsächlich zwei ansehnliche W124er nebeneinander. Bei einem hatte das Schiebedach schon bessere Tage gesehen, aber sonst standen beide gut da. Der Besitzer bzw. Chef des Autoladens, Erkan, kam rum und wir sprachen kurz über die beiden Wagen. Dann passiert etwas Tolles, dass ich eigentlich nicht erwartet hätte. Als ich erwähnte, dass das Auto nach Afrika gefahren werden soll, um dort für wohltätige Zwecke versteigert zu werden, kam mir Erkan im Preis sehr entgegen. Ich weiß nicht mehr, wie lange wir gequatscht haben, aber ich habe viel daraus mitnehmen können und werde wohl am Donnerstag (schon mal merken, falls du das liest, Erkan) vorbei kommen und noch mal über Preise, Werbung, TÜV, Aufkleber usw. reden. Aber ich habe ein gutes Gefühl, dass ich bei Erkan (Alp Cars im Dortmunder Norden) einen Rallyewagen zu einem fairen Preis gefunden habe.

Zufrieden zuhause angekommen erwartete mich dann gleich die nächste Überraschung: unser Design-Genie Hartmut hatte die ersten Entwürfe für das “Pott für die Welt”-Logo rübergeschickt. Ich war sprachlos und kann mich immer noch nicht (Stunden später) entscheiden, welches es denn nun werden soll. Eigentlich schreit das förmlich nach einer Abstimmung. Mal sehen. Wobei sich für mich mittlerweile zwei Logos rauskristallisiert haben, die vielleicht nachher auf unserem Wagen kleben könnten. Toll, wie Hartmut den Namen, unser Dortmund und seine Ideen zusammen gebracht hat, um sie in einem Bild zu vereinen. Hut ab!

Ein guter Tag also und Schritte in die richtige Richtung. Es ist toll, dass Menschen (alte und neue Bekannte) einfach helfen, wenn Hilfe gebraucht wird. Genau das ist die Idee, die hinter unserer Teilnahme an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul steckt. Nicht reden, helfen. Das tun wir und bekommen viel Unterstützung dabei. Danke an alle, die ihren Teil dazu beitragen, dass unsere Teilnahme erfolgreich verlaufen kann.

AM RANDE: Unsere Startnummern und das offizielle Rallye-Logo ist mittlerweile auch in der Post.

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