17.03.2010

17. März 2010, 7:00 Uhr

Tag 13 und 14

(Art)

Nach einer recht kurzen Nacht im 12er Zimmer machten wir uns dran Nouakchott so schnell wie möglich zu verlassen. Das klappte erst ganz gut, aber wir kamen nicht weit, da ein paar SandLover Probleme mit ihrem Auto hatten. Nach einer Stunde, die zum frühstücken genutzt wurde, ging es dann auch schon weiter durch eine der trostlosesten und dreckigsten Städte, die ich jemals gesehen habe. In den 60er Jahren ursprünglich für 60.000 Menschen erbaut, hat die Stadt heute mehr als eine Million Einwohner. Ich hatte genug gesehen und schlief erst mal ein. Als ich wieder erwachte hatten wir Nuakchott hinter uns gelassen und fuhren in die Sahel – Zone ein, die den Übergang von Wüste und tropischen Klimazonen beschreibt. Hier begann der Dust- Teil der Diesel and Dust Challenge. Es ging über Staubpisten die ihren Namen wirklich verdienten und die von uns ausgiebig zum reinen rallyefahren genutzt wurden.

So groß der Fahrspaß auf der einen Seite war, so waren wir doch immer wieder schockiert ueber das was wir zu Gesicht bekamen. Die Armut der Bevölkerung, die sich schon während unser gesamten Afrikareise andeutete, zeigte sich immer deutlicher. Waren die Verhältnisse in Marokko noch menschenwürdig, wurden sie ab Mauretanien teilweise erschreckend. Je weiter südlicher wir kamen, desto mehr zeigte sich die Not.
Auch entgegen des Hinweises der Organisatoren, dass das “Spenden” an Grenzuebergaengen problematisch sein könnte, verteilten manche Teams dort Sachspenden. Vom gerechten Verteilen konnte aber nicht die Rede sein, es regierte eher das Prinzip des Stärkeren. Für mich war danach klar, dass es wesentlich besser ist Spenden zentral abzugeben, als sie auf dem Parkplatz zu verteilen.

Gegen fünf Uhr, wesentlich später als wir gedacht hatten, kamen wir am mauretanisch / senegalesischen Grenzübergang an. Wir stellten uns mental schon auf sechs Stunden warten ein, doch nach 45 Minuten ging es schon weiter zur senegalesischen Grenze. Und selbst da, unfassbar schnell für afrikanische Verhältnisse, ging es nach 2 ½ Stunden schon weiter. Gefahren wurde wieder im Konvoi mit Grenzbeamten als Begleitung. Es ging 100 km durch die Nacht bis zu einem Campingplatz in St. Louis. Dort gabs als Belohnung für die insgesamt doch sehr anstrengende Etappe ein eiskaltes Bier der Marke La Gazelle (0,63l !!).

Der Wetterbericht im Vergleich:
Dortmund: 3 Grad Celsius, bewölkt, teilweise Schnee/Regen
St. Louis: 33 Grad Celsius, Sonne, blauer Himmel

Der nachfolgende Ruhetag begann mit Ausschlafen und einem fantastischem Frühstück – Brot mit Omelette, Pommes und Salat. Nach unserer Enthaltsamkeit in der Wüste, wo wir uns zum Frühstück teilweise drei Thunfischdosen zu sechst geteilt hatten, ein wahres Festessen. Nach einem kurzen Bad im Atlantik, machten wir uns daran St. Louis zu erkunden. Die Stadt besteht aus mehreren kleineren Inseln und wir wollten eine Insel weiter, auf welcher sich die “Innenstadt” befindet. Der Weg dorthin gestaltete sich als 3 km langer Fußmarsch am Fluss entlang. Unser Weg führte am Fischmarkt vorbei, der nicht nur wegen seines regen Treibens sehr beeindruckend war. Manchmal ist es doch besser nicht zu wissen, wie mit dem Essen umgegangen wird, das man später isst…

Die richtige Bezeichnung für St. Louis ist glaube ich aufregend, Die Stadt ist weder schön, noch sauber, noch hat sie groessere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Sie ist ein ziemlicher Moloch, der jedoch durch die Menschen, die hier leben, sehenswert wird. Trotz ihrer sehr bescheidenen Umstände, waren sie uns gegenüber sehr offen und freundlich. Vor allem durch die vielen Kinder in der Stadt wirkte die Stadt sehr lebendig.
Die Rückfahrt zum Campingplatz war allerdings die wahre Attraktion des Tages. In einem Bus, der nur aus durchlöchertem Stahl, Holzplanken und 4 Reifen bestand wurden wir nach “Hause” gefahren, bzw. die ersten Meter geschoben, da er nicht von alleine anspringen konnte.
Am Abend wurde sich ein wenig sportlich betätigt und entspannt, denn Morgen ist um 6 Uhr Abfahrt nach Banjul – die letzte Etappe unserer Rallye ist da!

PS: Die Fotos sind erst einmal Nachreichungen der Wüsten-Etappen, aktuellere Fotos kommen, sobald wir in Banjul sind.

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