15.03.2010

15. März 2010

Tag 11, 12 und 13

Dakhla – Wüste – Nouakchott

Die Vorfreude auf die Wüstenetappen stieg bei uns von Minute zu Minute, je weiter wir Dahkla (und damit den letzten großen Ort vor der Sahara) hinter uns ließen, je mehr sah die Landschaft nach dem aus, was wir als Europäer als Wüste bezeichnen würden.

Allerdings würde die Wüste noch etwas auf sich warten lassen, denn erst einmal musste die Ausreise aus Marokko und Einreise nach Mauretanien gemeistert werden. Pünktlich um neun standen wir also an der marokkanisch/mauretanischen Grenze und zack, elf Stunden später hatten wir die Einreise/Ausreise-Prozedur hinter uns. Afrikanisch korrekt wurden alle Pässe kontrolliert und wieder kontrolliert, um sie dann noch einmal zu überprüfen. Die Kalaschnikov immer im Anschlag, arbeiteten sich die “Grenzer” durch die knapp 100 Pässe. Problematisch war, dass erst kurz zuvor ein PC Einzug in die Grenzstation gehalten hatte und die Jungs sich erst einmal an die Arbeit daran gewöhnen mussten. Also saßen wir den ganzen Tag bei fast 40 Grad in, um, und an den Autos und langweilten uns zu Tode – eine absolut europäische Angewohnheit, die den Afrikaner komplett abzugehen scheint. Die warteten nicht, sondern existierten halt so lange, wie es eben dauerte. Afrikanische Gelassenheit von der man als Durchschnittsdeutscher noch einiges lernen kann.

Am nächsten Tag ging es dann im Konvoi in die Wüste. Nach der Abfahrt von der normalen Straße mussten wir den Reifendruck drastisch reduzieren, um im tiefen Sand besser voran zu kommen, außerdem gab es von Org Thorsten wertvolle Tipps, wie man sich in der Wüste zu verhalten hat. Dann ging es mit Vollgas über die Dünen und durch die steppenartigen Ausläufer der Sahara. Die Rüttelpisten forderten ziemlich schnell ihr erstes Opfer, nach knapp fünf Kilometern zerriss es uns die Bremssattelhalterung am Vorderrad – die marokkanischen Mechaniker, die unsere Feder repariert hatten, hatten leider vergessen, die Schrauben des Bremssattels anzuziehen. Hardy und Lemmi waren aber direkt zur Stelle und so war der Schaden ruck zuck repariert und es konnte weitergehen.

Bis zum Mittag ging es durch tiefe und weniger tiefe Sandpassagen, wir zogen und schoben eingesandete Autos raus und hatten das Glück, dass wir uns selbst nicht einsandeten. Bei 45 Grad Außentemperatur machten wir Mittag und benutzten zum ersten Mal unsere Solardusche auf dem Dach – das Wasser war allerdings schon fast zu warm.

Gegen Abend gab unser Benz dann zum zweiten Mal auf, irgendwo in einer der Leitungen der Niveauregulierung war es durch den zu großen Druck zu einem Leck gekommen und der Mercedes dankte es uns durch das vollständige Absenken seines “Arsches”. Das sieht nicht nur ziemlich doof aus, sondern macht die Fahrt durch die Wüste ungleich schwerer. Gott-sei-Dank hatten wir aber nur noch fünf Kilometer bis zu unserem Nachtlager und so dufte Art den Wagen bis dahin fahren, während ich bei den Orgs im Bulli saß. So konnten wir einiges an Gewicht einsparen. Damit kein falsches Bild aufkommt: ich war nicht die einzige Gewichtsersparnis, wir hatten auch den hoffnungslos überladenen Dachgepäckträger komplett entladen und auf andere Autos verteilt.

Im Nachtlager wurde dann neues Öl eingefüllt und der Wagen hob sich wieder auf das normale Niveau, allerdings war der genaue Ort des Lecks trotz fachkundiger Hilfe nicht auszumachen. Also heißt es seitdem: immer mal wieder Öl nachfüllen und hoffen, dass die Niveauregulierung bis Gambia durchhält.

Tag 2 in der Wüste ähnelte Tag 1. Man kann sich nicht vorstellen, wie viel “Nichts” man in der Wüste sieht. Egal in welche Richtung man schaut, nichts. Ich habe seit den Wüstenetappen absolutes Verständnis, dass Leute in der Wüste bekloppt geworden sind. Nach einem anstrengenden Tag, an dem unser Thermometer (die Skala reicht bis 50 Grad) “gesprengt” wurde, hatten wir uns eine Abkühlung verdient. Wir bekamen sie in Form des Atlantiks, an dessen Strand wir übernachten durften.

Am nächsten Tag ging es weiter über den Strand und zurück in die Zivilisation, nach Nouakchott, einem Moloch von Stadt, die aber auch mal gar nichts Schönes an sich hat. Dort bezogen wir ein Hotel und duschten zum ersten Mal seit drei Tagen wieder richtig, bis der letzte Sand aus der letzten Körperöffnung verschwunden ist, wir es aber noch einiger Duscheinheiten bedürfen. Ähnlich geht es auch unserem Auto, das von innen der Wüste gleicht. Es ist unglaublich, wie sich der Sand in jeder Ritze festsetzt. Wir werden sicherlich viel Spaß haben, die ganze (ich sag es mal deutlich) Scheiße in Gambia aus dem Benz zu bekommen.

Morgen geht es dann, wieder im Konvoi, zur Einreise in den Senegal.Das wird sicherlich auch wieder den ganzen Tag in Anspruch nehmen, allerdings geht es dann wieder direkt an den Strand, wo wir unseren dritten Ruhetag haben, nach den anstrengenden Etappen durch die Wüste merkt man auch langsam, dass wir diesen Tag unbedingt brauchen.

Soviel für jetzt, entschuldigt, dass ich nicht mehr geschrieben habe, aber wir haben uns nicht getraut, den Laptop in der Wüste herauszuholen, weil, wie gesagt, der Sand in die kleinste Ritze eindringt und das dem Laptop sicherlich nicht allzu gut getan hätte.

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