2.03.2010

2. März 2010; 12:07 Uhr

Tag 1 und 2

Hohberg – Frankreich – Spanien

(Seb)

Vorgeschlagen von den Organisatoren ist die Europa-Route über Angloueme und Madrid nach Algeciras. Wir entschieden uns, zusammen mit Team Jumbo und Team Africar, für die südliche Route entlang der Mittelmeerküste. Und das sollten wir nicht bereuen, aber dazu gleich mehr.

Los ging es mit Lorenz und Phillip vom Team Africar in Hohberg, wir waren schon da das letzte gestartete Team. An einem der ersten Rastplätze, noch vor der französischen Grenze warteten wir dann auf Team Nr. 3, Hardy und Lemmi vom Team Jumbo. Unser vorgeschlagenes Tagesziel war zu diesem Zeitpunkt noch das ca. 1200 Kilometer entfernte Barcelona. Die Einfahrt nach Frankreich wurde dann standesgemaess gefeiert: mit dem „Umchecken“ des erstbesten französischen Pylonen. Danach ging es mit Tempo 100-110 (Jumbo am Berg: negativen Beschleunigung und maximal 80 km/h) über Lyon und Orange Richtung spanische Grenze. Bei einem der zahlreichen Zwischenstopps kam dann irgendwann die Idee auf, einfach noch ein paar Kilometer abzureissen. Gegen 23.30 Uhr (noch Sonntag) steuerten wir einen Rastplatz an, versorgten uns schnell mit lauwarmen Ravioli aus der Dose. Danach ging es fuer zwei Stunden in die Autos; schlafen war angesagt. O-Ton Art: „Ich kann voll nicht im Auto pennen.“ Ich hatte nicht einmal die Autotür geschlossen, da kamen vom Beifahrersitz schon rhythmische Atemgeräusche. So sieht das also aus, wenn man nicht im Auto pennen kann. Ich konnte dann tatsächlich nicht pennen, was aber okay war, weil es absolut unnatürlich wäre, wenn man als normaler Mensch eingeklemmt hinter dem Steuer auf einem gut beleuchteten Rastplatz in der Einflugschneise des Girona Airports schlafen kann.

Um drei Uhr in der Nacht ging es dann weiter durch Spanien, bis zum Morgengrauen fuhr der ausgeschlafene Art und ich konnte zumindest teilweise den dringend nötigen Schlaf nachholen. Das ging dann auch ganz gut, nur ab und zu nervten die Funksprüche, die Art mit den anderen Teams wechselte. Aber bei einer Nettoschlafzeit von einer Stunde in den letzten 20 Stunden nimmt man alles mit.

Kurz vor dem Abbruch des neuen Tages übernahm ich das Steuer und wir fuhren weiter in die nun immer stärker werdende Sonne. Um 10 Uhr dann der obligatorische Frühstücksstopp, der durch eine dringend nötige Radioreparatur bei Team Africar etwas länger ausfiel. Außerdem erledigten wir unsere gute Tat für den heutigen Tag, in dem wir zwei marokkanischen Damen den Wagen anschoben.

Mittlerweile war es zehn Uhr und wir waren knapp 50 Kilometer vor Valencia. Den Plan, direkt bis nach La Rocque zu fahren, um dort dann anderthalb Tage auszuspannen, bevor der Rest der Rallye wieder zu uns stößt, wurde schnell verworfen und gegen einen neuen Plan eingetauscht: wir entschieden uns, bis zum frühen Nachmittag zu fahren und hofften, bis dahin irgendwo um Granada herum angekommen zu sein.

Gesagt, gefahren, verfahren, eingekauft, eine andere Rallye getroffen, Batterie aus Versehen geplättet und schon waren wir an der Küste, in einem schönen Badeort, der ziemlich ausgestorben schien und dessen Namen ich bis jetzt nicht weiß. Wir fanden hier dann auch nach langem Suchen einen Campingplatz, auf dem wir uns häuslich einrichteten, um endlich richtig zu schlafen. Und um zu feiern, dass es morgen nur noch knapp 400 Kilometer bis zum Treffpunkt sind und wir deshalb ausschlafen können. Eine Sache, die in den nächsten 14 Tagen sicherlich zu kurz kommen wird.

Bis morgen, oder eher bis übermorgen, dann aus Marokko.

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